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Studentisches Forschungsprojekt zur „Michael Kohlhaas“-Forschung

Projektbeschreibung

Im Wintersemester 2016/17 wurde am Seminar für deutsche Philologie der Universität Göttingen ein studentisches Forschungsprojekt durchgeführt, in dessen Zentrum die Erforschung der literaturwissenschaftlichen Interpretationspraxis stand. Das Projekt trug den Titel „Der Forschungsbezug und seine argumentativen Funktionen in literaturwissenschaftlichen Interpretationen (am Beispiel aktueller Interpretationen von Heinrich v. Kleists Michael Kohlhaas)“. Fünf Studierende untersuchten anhand eines Korpus von über 70 aktuellen Interpretationen zu Michael Kohlhaas, wie häufig und in welchem Umfang sich Interpreten der Erzählung mit anderen Interpretationen argumentativ auseinandersetzen. Darüber hinaus wurde auch erhoben, welche Art von Forschungsliteratur Interpreten typischerweise heranziehen, wie häufig sich positive oder negative Bewertungen anderer Forschungsliteratur finden, ob sich auffällige argumentative Muster identifizieren lassen und vieles mehr.

Die leitende Forschungsfrage ging auf ein Seminar aus dem Sommersemester 2016 zurück, das sich mit der Argumentationspraxis in aktuellen Kohlhaas-Interpretationen befasste. Ein überraschendes Ergebnis dieses Seminars war, dass in den untersuchten Interpretationen bis auf wenige Ausnahmen keine kritische Auseinandersetzung mit konkurrierenden Forschungsbeiträgen stattfand, und dies obwohl die Erzählung mit über 100 literaturwissenschaftlichen Interpretationen allein in den letzten 20 Jahren zu den meistinterpretierten Texten der deutschen Literatur zählen dürfte. Ziel des Projektes war es nun, durch die Analyse eines repräsentativen Korpus aktueller Kohlhaas-Interpretationen zu prüfen, ob sich dieser Befund auch auf breiter Datenbasis bestätigen lässt.

Die Ergebnisse konnten im Rahmen eines Workshops, einer öffentlichen Abschlusspräsentation und Vorträgen vorgestellt und diskutiert werden. (Das Poster der Abschlusspräsentation steht unten zum Download zur Verfügung.) Die Publikation der Ergebnisse ist geplant.

Beteiligte Personen

Studierende: Fabian Finkendey, Anna-Lena Heckel, Merten Kröncke, Dennis Rey, Stefan Walfort

Leitung: Stefan Descher, Simone Winko

Finanzielle Förderung

Das Forschungsprojekt fand im Rahmen der Initiative Forschungsorientiertes Lehren und Lernen (FoLL) statt Es wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) sowie durch Studienqualitätsmittel (Göttingen Campus QPlus) gefördert.

Veranstaltungen und Vorträge

27. März 2017:  Workshop mit Dr. Ingo Breuer (Universität zu Köln), Prof. Dr. Fotis Jannidis (Universität Würzburg) und Prof. Dr. Steffen Martus (Humboldt Universität zu Berlin)  an der Georg-August-Universität Göttingen.

3. Mai 2017:  Öffentliche Abschlusspräsentation (Vortrag und Poster) im Adam-von-Trott-Saal der Georg-August-Universität Göttingen.

21.-22. September 2017: Posterpräsentation „Erforschen, wie man Kleist erforscht. Der Forschungsbezug in Kohlhaas-Interpretationen“. 2. Konferenz für studentische Forschung, Humboldt-Universität zu Berlin. (Posterpräsentation: Merten Kröncke, Stefan Walfort)

17. November 2017: Vortrag „Erforschen, wie man Kleist erforscht. Zum Forschungsbezug in aktuellen Interpretationen von Kleists Michael Kohlhaas. Studientag des Kleist-Museums, Frankfurt/Oder: Kleists „Michael Kohlhaas“ polyperspektivisch. (Vortragende: Fabian Finkendey, Merten Kröncke)

Materialien

→  Poster der Abschlusspräsentation (PDF)
→  Projektbericht auf litlog.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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